atelier-le-balto

zu beginn haben wir uns mit unterschiedlichen kuratischen praxen beschäftigt und mit ausstellungsmacher*innen gesprochen. bei einer exkursion in das brücke museum haben wir dabei die arbeit des atelier le balto kennengelernt, die dort die gärten neu gestalten. wie hier beziehungen zwischen innen und außen hergestellt werden, wie sich der mensch durch seine bewegung das werk eigentlich erst erschafft - das fanden wir spannend. und die künstlerische sprache von atelier le balto sehr poetisch!

annika

welche rolle spielt "co:exist" in eurer arbeit?

die werke des atelier le balto sind als kunstpause konzipiert, sie nehmen die künstlerische und kreative seite der landschaftsarchitektur für sich in anspruch. sie sind eine kunstpause im sinne einer "von einem*r schauspieler*in beabsichtigten, wirkungsvollen pause" – in der man durchatmet, neue ideen schöpft und inspiration findet. nicht zuletzt sind sie eine kunstpause für die bewohner*innen und die passant*innen innerhalb des rhythmus der stadt.

gärten können kurzzeitig oder langfristig erscheinen; sie verändern den blick auf die stadt. sie funktionieren als blickfänge in der stadtlandschaft, sie verlagern die aufmerksamkeit innerhalb des ortes ihrer erscheinung.

der garten lebt und entwickelt sich durch seine eigene kraft, in welche der*die gärtner*in immer wieder eingreift – er*sie ist nie fertig. die zeit, die man in einem garten verbringt, ist immer eine gemeinsam mit dem ort verbrachte. betritt ein*e besucher*in einen garten, ändert sich sein rhythmus automatisch – er wird langsamer oder, wenn auch seltener, schneller. und ob er*sie dort viel oder wenig zeit verbringt, diese zeit wird immer intensiver erlebt. der garten ist eine zeitinsel.

die gärten von atelier le balto sind unverlässlich. sie stehen zu verfügung, können von jedem im besitz genommen werden. sie machen den garten als kunstform populär und entheben ihn der besitzansprüche.

(ausschnitt eines dialogs mit anselm franke, kurator kw berlin 2001).

 

wie arbeitet ihr? woher nehmt ihr eure inspiration?

gärten sind unsere ausdrucksform. als landschaftsarchitekten sind wir von vielen anderen kunstformen wie malerei, poesie, literatur oder tanz immer wieder sehr inspiriert.

 

was ist euch noch wichtig?

ausgebildet als gärtner, landschaftsarchitekt und stadtplanerin, beschäftigen wir uns im wesentlichen mit der gestaltung öffentlicher oder halböffentlicher räume in städtischen und stadtangrenzenden gebieten, um ihnen einen höheren wert zu verleihen. wir spüren ihre spezifischen gegebenheiten auf und versuchen, ihr potenzial für verbesserungen und angemessene veränderungen zu erfassen und zu nutzen.
wir gestalten zum überwiegenden teil gärten und parks oder, anders gesagt, orte der begegnung und des austauschs in der stadt.

weitere künstlerische positionen

moki marie strauß atelier le balto lena whooo yero adugna eticha heike kelter nomeda loredana nemes merete røstad alexandre decoupigny
und schüler*innen der
nehring-grundschule
thomas bratzke elisabeth fraenkel isabella steeb de la cruz jörg
schemmann
lovis hirschmann
kaon yeom und
meryem çelik
(schüler*innen des
gottfried-keller-
gymnasiums)
emilia stroschein karen scheper / dorothea vogel
(und schüler*innen der heinrich-
v.-stephan-schule)
video
ausstellungsrundgang
[3:30 min]