LenaWhooo

welche rolle spielt "co:exist" in deiner arbeit?

skylines scheinen immer mehr als regelrechte aushängeschilder globaler metropolen zu fungieren. je imposanter die skyline desto lebendiger, aufregender, ‘besser‘ die großstadt. was aber sagen die sich spiegelnden, in glas verhüllten metall- und steintürme wirklich über die lebensweise von menschen in städten aus? die koexistenz von vielfalt, freiheit und einer prise gewalt – gegenüber der menschheit, unserer umwelt und der erde als solche. klingt drastisch – ist es auch. wir scheinen allesamt zu verdrängen, welch unsäglich-globale schandtaten notwendig sind, um großstädte – wie wir sie kennen – funktionsfähig zu halten.
es bleibt den betrachter*innen zu reflektieren, inwiefern sich unsere aktuelle, wie auch zukünftige beziehung von stadt, mensch und natur utopisch oder dystopisch in den skulpturen, aber auch in unserem alltag, unserer direkten umwelt zeigt.

 

wie arbeitest du? woher nimmst du deine inspiration?

ich arbeite expressiv, dynamisch und weitestgehend nachhaltig. im zusammenhang mit meinen skulpturen bedeutet dies, dass ich dem impuls nachgehe, spiegel- und glasscheiben vom sperrmüll zu sammeln, diese zu zerstören, dann einige scherben auszusortieren und mit acrylresten zu bemalen und schließlich zu skylineähnlichen skulpturen zusammenzusetzen.
meine priorität bei der erschaffung von kunst ist für mich die nutzung und weiterverwertung von bereits wertlosen materialien wie z.b. glas- und spiegelscherben, farbresten und alten gerahmten bildern, um künstlerische prozesse für mich nachhaltiger zu gestalten.
die inspiration für meine texte, bilder und skulpturen nehme ich aus meinen emotionen, meiner persönlichen umwelt sowie aus aktuellen begebenheiten unserer zeit; was meist eher die zerstörung, das leid und das herrschende unrecht gegenüber menschen, tieren und der natur mit einschließt, als dass ich die freuden und glücksmomente des lebens beleuchte.

 

was ist dir noch wichtig?

für mich ist reflexion unmittelbar durch die kraft der freiheit bedingt. Durch meine kunst reflektiere ich ständig, wie frei ich als individuum und wir als (welt-)gesellschaft sein müssen, um reflektierter zu handeln und unzufriedenheit stiftende gegebenheiten auch wirklich verändern zu wollen und zu können. dieser ansatz ist die grundlage für meinen versuch, nachhaltig in bezug auf die genutzten materialien, aber auch im sinne der bestehenden kollektiven bewusstseinsstrukturen zu gestalten.

weitere künstlerische positionen

moki marie strauß atelier le balto lena whooo yero adugna eticha heike kelter nomeda loredana nemes merete røstad alexandre decoupigny
und schüler*innen der
nehring-grundschule
thomas bratzke elisabeth fraenkel isabella steeb de la cruz jörg
schemmann
lovis hirschmann
kaon yeom und
meryem çelik
(schüler*innen des
gottfried-keller-
gymnasiums)
emilia stroschein karen scheper / dorothea vogel
(und schüler*innen der heinrich-
v.-stephan-schule)
video
ausstellungsrundgang
[3:30 min]